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Im Rahmen seiner derzeitigen Sommertour durch seinen Wahlkreis informierte sich der Tübinger Grünen-Abgeordnete Daniel Lede Abal ausführlich über unsere Firmengeschichte, die Herkunft unserer Rohstoffe sowie den Zusammenhang von veganer Ernährung und Klimaschutz. Begleitet wurde er von Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter der Grünen, Sprecher seiner Fraktion für Agro-Gentechnik und Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; unter seinen wichtigsten politischen Zielen führt er auch die Förderung des Ökolandbaus sowie Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft an.

TOPAS: Ein Vierteljahrhundert Erfahrung im Naturkostbereich

Wheaty_grner_Besuch1.jpgZunächst wurden die Gäste von Klaus Gaiser im Konferenzraum begrüßt; der TOPAS-Firmenchef und Wheaty-Entwickler schilderte daraufhin die Geschichte der Firma, welche eng mit seiner persönlichen verbunden ist: Als der spätere TOPAS-Gründer Mitte der 70er Jahre von Studienaufenthalten aus Ostasien zurück kam, brachte er, wie sich herausstellen sollte, bahnbrechende Kenntnisse mit; dem Sinologen, Japanologen und Kulturwissenschaftler hatte sich die Möglichkeit geboten, die Herstellung traditioneller asiatischer Lebensmittel zu erlernen. Zurück in Deutschland, begann Klaus Gaiser ab 1979 den damals hierzulande noch unbekannten Tofu für asiatische Freunde und Naturkostläden in der Umgebung herzustellen, 1980 begann das Tofuhaus Mössingen mit der Herstellung der Sojaspezialität im größeren Stil. Als Ergebnis einer Neuorientierung gründete er 1993 TOPAS. Der Produktentwicklung lag von Anfang an eine neue Stoßrichtung zugrunde: War das Ideal zu Zeiten des Tofuhauses noch, die Europäer von den Vorzügen der asiatischen Küche zu überzeugen, so sollten die neuen Produkte dem heimischen Geschmack entgegenkommen. Die Entwicklung von Fleischalternativen war die neue Philosophie – natürlich weiterhin rein pflanzlich und in Bio-Qualität. Für die Wheaty-Linie erfand Klaus Gaiser die zweite große vegetarische Tradition der asiatischen Küche, den auf Weizeneiweiß basierenden Seitan, neu. Zusammen mit seiner Frau Sanni Ikola-Gaiser hat er einen Familienbetrieb aufgebaut, aus dem inzwischen ein europaweit agierendes Unternehmen geworden ist.

Rohstoffe: Eine Frage der Herkunft

Wheaty_grner_Besuch2.jpgAnschließend informierte TOPAS-Verkaufsleiter Stephan Brandmeier über die Produkte der Firma im Verkauf sowie über die Rohstoffsituation. Wheaty findet man inzwischen praktisch in jedem Naturkostladen und Bio-Supermarkt – und das Interesse an den Alternativen zu Fleischprodukten wächst beständig: Während der gesamte Naturkostbereich im Moment in Deutschland jährlich etwas unter 10 Prozent Wachstum verzeichnen kann, darf TOPAS sich bereits das vierte Jahr in Folge über Umsatzzuwächse von 25 bis 30 Prozent freuen. Italien ist nach Deutschland der zweitstärkste Markt für TOPAS-Produkte. Auch in Spanien und Frankreich erfreuen sich die Produkte großer Beliebtheit, Belgien, Niederlande und Luxemburg gehören ebenfalls zu den Absatzländern, genauso wie Griechenland, Österreich, Slowenien und die Nachbarn Tschechien und Polen. In den skandinavischen Ländern führt Finnland vor Schweden und Dänemark sowie Norwegen die Umsätze an. Auch in England konnte TOPAS sehr gut Fuß fassen: Wheaty hat beim VegFest UK – "the world's biggest vegan event", das in diesem Jahr zweimal statt fand, im März in Brighton und im Mai in Bristol – die gesamte Konkurrenz aus Europa bis nach Südafrika geschlagen: Bei beiden Events errang die Chorizo Bratwurst beim "Sausage & Burger Contest" den ersten Platz. Auch TOPAS-Kunden in Australien, Neuseeland und Malaysia gibt es bereits, jedoch nur für die ungekühlt haltbaren Produkte.

Was den Bezug unserer Rohstoffe angeht, so wurde die Grünen-Delegation darauf hingewiesen, dass die Regionalität schon immer ein essentieller Teil der TOPAS-Philosophie war. "Regional ist erste Wahl" – jener Aussage der Naturkost-Werbung hat sich die Firma schon verpflichtet, lange bevor dieser Werbe-Slogan aufgekommen ist. Der Hauptrohstoff für die Wheaty-Produkte ist Weizeneiweiß aus biologischer Landwirtschaft. Jahrelang konnte der Bedarf aus deutscher Erzeugung gedeckt werden. In den letzten zwei bis drei Jahren aber ist es immer schwieriger geworden, das Ziel der möglichst regionalen Herkunft der Rohstoffe zu erreichen; gerade bei Bio-Weizeneiweiß ist eine ausschließliche Deckung des Bedarfs bei TOPAS nur aus deutschem Weizen aktuell nicht mehr möglich. Denn seit 2008 nimmt der Anteil an landwirtschaftlicher Ackerfläche, auf der nicht mehr Lebensmittel angebaut werden, sondern "nachwachsende Rohstoffe", die in Biogas-Anlagen zu Energie umgewandelt werden, auch hierzulande zu. Die Bio-Betriebe, mit denen die Firma TOPAS in Kontakt steht, klagen zunehmend darüber, dass durch die Biogas-Betriebe die Pachtpreise für Ackerflächen in die Höhe getrieben wird. Die Pachtflächen werden knapper, da immer mehr landwirtschaftliche Betriebe auf den staatlich subventionierten Pfad der Biogas-Erzeugung einschwenken. Das Kritische an Biogas-Anlagen sieht die Firma TOPAS nicht in der Erzeugung von Gas als Energieform, sondern dass Ackerflächen für die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln für die direkte Ernährung verloren gehen.


Hier richtete Stephan Brandmeier an die anwesenden Politiker die Frage: Kann es sinnvoll sein, dass die Erzeugung von Biogas derart gefördert wird, dass die Bio-Lebensmittel-Erzeugung für deutsche Landwirte nicht mehr lohnend ist und deshalb in andere Länder verlagert wird? Denn nicht nur die Transportwege steigen so, sondern auch die Unsicherheit, was die Bio-Qualität angeht, sowie die Belastung mit Schadstoffen. Er appellierte an die Politiker, ökologische Landwirtschaft deutlicher als Ziel zu formulieren und attraktiver zu machen. Hinsichtlich des Verdrängungswettbewerbs zwischen den Anbauflächen für Weizen als Nahrungsmittel und dem Weizen für die Energiegewinnung in Biogasanlagen werde, so Daniel Lede Abal, die Politik noch einmal prüfen müssen, ob die Förderrichtlinien, so wie sie derzeit bestünden, wirklich so gut ausgelegt seien, und ob man dagegen steuern könne.

Klimakiller Schnitzel

Wheaty_grner_Besuch3jpg.jpgEine stärkere staatliche Förderung von pflanzlichen Lebensmitteln wäre dringend notwendig. Die Realität sieht aber leider anders aus – ausgerechnet die Fleisch- und Milchwirtschaft wird hierzulande massiv subventioniert. Dabei sind Viehhaltung und Fleischproduktion für gravierende Umweltschäden verantwortlich. Inzwischen steht fest: Die Fleischproduktion ist einer der Hauptmotoren des Klimawandels. Und auch die Schlussfolgerung ist klar: Je weniger tierische Produkte konsumiert werden, desto mehr schützt man das Klima. Wie eine Studie der UNO feststellt, wäre eine wesentliche Reduzierung des Treibhauseffektes nur möglich mit einer grundlegenden weltweiten Ernährungsumstellung weg von Tierprodukten. So belastet etwa die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch das Klima mindestens so stark wie 250 Kilometer Autofahren. Für seine Produktion werden außerdem 16 Kilogramm Getreide oder Soja verfüttert, gut 50 Quadratmeter Regenwald vernichtet und ca. 20.000 Liter Wasser Trinkwasser verbraucht.

 

Neben den Auswirkungen auf Klima, neben der Wasserverschwendung und der Zerstörung von Regenwald hat die Fleischproduktion auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und trägt zum Artensterben bei. Man darf außerdem die sozialen Folgen nicht unbeachtet lassen. Hier spielen nicht nur Fleischexporte in die Dritte Welt, die die dortigen Märkte kaputt machen, eine Rolle; auch der Futtermittelanbau hat, vor allem in Lateinamerika, verheerende gesundheitliche und soziale Folgen für die in diesen Gebieten lebenden Menschen.


Wir machten deutlich: Hinsichtlich der Umweltauswirkungen ist Verzicht auf und Ersatz von Tierprodukten in der Produktion wichtiger als der Bio-Aspekt. Am Besten ist natürlich die Kombination aus beidem. Dies wird beispielsweise durch folgenden Vergleich deutlich: Eine Ernährung ausschließlich mit Bio-Produkten, die aber Fleisch, Milch und Eier beinhaltet, verursacht pro Jahr und pro Person gleichviel Treibhausgase wie eine Autofahrt von 4377 Kilometern; dagegen entspricht eine vegane Ernährung mit konventionellen Produkten gerade mal einer Autofahrt von 629 Kilometern – bei einer bio-veganen Ernährung sind es sogar nur 281 Kilometer.

Aktiver Klimaschutz: Mit Messer und Gabel

Wheaty_Lede_Abal.jpgDass das Attribut der Klimafreundlichkeit auch auf verarbeitete Fleischalternativ-Produkte wie die Produkte von TOPAS zutrifft, zeigt eine vom Sustainable European Research Institute (SERI) durchgeführte Studie, deren Ergebnisse im Dezember 2011 veröffentlicht worden sind. Es handelt sich um die weltweit erste Ökobilanz für Fleischalternativprodukte. Das Ergebnis: Alle pflanzlichen Alternativen schneiden in allen getesteten Bereichen um Weiten besser ab als Fleisch. Dass sich eine pflanzliche Ernährung positiv auf das Klima auswirkt, war längst bekannt. Doch dass die Klimabilanz auch bei verarbeiteten Alternativen zu Fleisch so viel besser gegenüber Fleisch ausfällt, hat selbst die Wissenschaftler überrascht. Wir wirtschaften also nicht nur deshalb nachhaltig, weil die Rohstoffe für die Produkte nach Möglichkeit aus Mitteleuropa bezogen werden und lange Transportwege vermieden werden – schon allein dadurch, dass TOPAS rein pflanzlich produziert und die pflanzliche Ernährung weiterentwickelt und voranbringt, leistet die Firma einen entscheidenden Beitrag gegen den „Klimakiller Schnitzel".

Dass die Wahl der richtigen Lebensmittel viel mit Umweltschutz zu tun hat, sahen auch Harald Ebner und Daniel Lede Abal so. TOPAS stelle „einfallsreiche und pfiffige Produkte" her mit dem Ziel, die Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Unter Klimaschutzgesichtspunkten sei das eine tolle Sache, so Lede Abal.

Nach einem Firmenrundgang, bei dem den Gästen das Gebäude gezeigt und die Herstellung der Produkte erläutert wurde, bot sich den Grünen-Abgeordneten die Möglichkeit, ganz praktisch Klimaschutz zu betreiben: Beim Essen. In der firmeneigenen Schauküche hatte unser Küchenprofi Rainer Dörsam Wheaty-Kreationen gezaubert, die allesamt überzeugten. Er betreibe gerade „Klimaschutz mit Messer und Gabel", teilte Harald Ebner noch während seines Besuchs begeistert über Twitter mit.