fb.png Facebook   Search_1.png Suche   Impressum

Unser Vorwurf an die Öko-Test-Redaktion: Aufgrund der verzerrten und in relevanten Teilen schlicht falschen Darstellung des Themenfelds rund um Glutamat, Hefeextrakt und Geschmacksverstärkern wird es den Verbrauchern fast unmöglich gemacht, eine sachlich notwendige Differenzierung vorzunehmen.

Wer täuscht die Verbraucher?

"Geschmacksverstärker. Wer die Verbraucher täuscht", lautet das Titel-Thema der aktuellen Ausgabe von Öko-Test. Der Vorwurf: Teile der Lebensmittelindustrie sparen an hochwertigen Zutaten und versuchen dies durch den Zusatz von sogenannten Geschmacksverstärkern – glutamathaltigen Zusatzstoffen – zu kaschieren.

Wir verarbeiten Rohstoffe in höchster Bio-Qualität – unsere Produkte waren daher natürlich nicht Thema des Artikels. Weshalb melden wir uns als Bio-Hersteller dennoch zum Thema zu Wort? Wheaty enthält, resultierend aus den Zutaten Weizeneiweiß und Hefeextrakt, natürliches Glutamat. Da der Unterschied zum industriell hergestellten, isolierten und hoch dosierbaren Glutamat im populären Diskurs keine Rolle zu spielen scheint, werden auch wir inzwischen angefeindet. [1]

"Chips und Suppen, Saucen und Eintöpfe mit Glutamat, Hefeextrakt oder E 635" werden in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test angeprangert, oder vielmehr deren Hersteller: Durch die Zugabe von "Geschmacksverstärkern" würden die Verbraucher über die mindere Qualität der Zutaten geschmacklich getäuscht. Für die meisten der aufgeführten Produkte mag das stimmen. Das Problem: Im Öko-Test Artikel werden auch allgemeine Aussagen über Glutamat gemacht. Dabei werden den Lesern, in nach Sensation heischendem Stil, komplett falsche Informationen vermittelt.

Im Öko-Test-Artikel heißt es unter der tendenziösen Überschrift "Glutamat – ein Nervengift?": "Machen Geschmacksverstärker dick? Ist Glutamat ein Nervengift? Löst es Migräne aus oder das China-Restaurant-Syndrom? Fördert es Alzheimer und Parkinson? Auf jede dieser Fragen gibt es mindestens zwei völlig gegensätzliche Antworten, unterlegt mit Studien und Gegenstudien. Fest steht aber: Der Mensch braucht keine Geschmacksverstärker im Essen. Von Nutzen sind sie allein für die Lebensmittelindustrie, die mit ihnen faden Geschmack oder minderwertige Zutaten aufpeppen kann." [2]

So viel Fehlinformation auf so wenig Platz hätten wir kaum für möglich gehalten. Wir wollen deshalb an dieser Stelle aufklären und die relevanten Fakten zu Glutamat anführen.

 

[1] Etwa durch Kommentare auf unserer Facebook-Seite wie: „Der Zusatz von Hefeextrakt ist doch bloß eine industrielle Art und Weise aus dem neuen Markt der Veganer eine weitere finanzielle Bereicherung zu finden", oder: „Es gibt Möglichkeiten ohne den Zusatz von Hefeextrakt lecker zu essen und dass im Zusammenhang mit veganer Ernährung dieser Umstand für leider so viele Unternehmen nicht machbar zu sein scheint, ist für mich nur ein Kostengrund". Uns wurde hinsichtlich Hefeextrakt sogar schon vorgeworfen, „jedes einzelne Produkt damit zuzuknallen, nur weil man der feinen Würze nicht mächtig ist".

[2] http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=101533;bernr=04;seite=03;co=.

Pages: 1 2 3 4 5 6 7 8 9

 

 

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Glutamat – eine lebenswichtige Aminosäure: Glutamat ist kein „Nervengift". Unser Gehirn benötigt Glutamat als lebenswichtigen Botenstoff für jeden Denkvorgang. Aufgrund der Blut-Hirn-Schranke gelangt Glutamat aus der Nahrung gar nicht ins Gehirn – das Glutamat, das als Neurotransmitter wirkt, wird im Gehirn selbst produziert. Glutamat aus der Nahrung könnte deshalb überhaupt nicht als „Nervengift" wirken!

China-Restaurant-Syndrom – ein moderner Mythos: Es gibt bis heute keine wissenschaftliche Studie, die darauf hinweist, dass Glutamat aus der Nahrung für gesunde Menschen in irgendeiner Art und Weise schädlich wirken, „dick machen" kann oder ähnliches.

Muttermilch – Wonneproppen dank Glutamat: Eine „glutamatfreie Ernährung" ist nicht möglich: Jedes eiweißhaltige Nahrungsmittel enthält Glutamat. Es löst an eigens dafür empfänglichen Geschmacksrezeptoren einen Geschmack aus, den wir von klein auf zu lieben lernen: Muttermilch enthält doppelt so viel Glutamat wie Kuhmilch!

Tomaten – Suchtfaktor eingebaut? Man muss unterscheiden zwischen industriell hergestelltem, isoliertem Glutamat, das Produkten quasi in beliebiger Menge beigefügt werden kann, und dem ausgewogenen Einsatz von Lebensmitteln, die natürliches Glutamat enthalten – wie z.B. Tomaten, Pilze, Sonnenblumenkerne, Hefeerzeugnisse oder Sojasauce –, in Naturprodukten.

Hefeextrakt und Glutamat – wie Apfelsine und Vitamin-C-Pulver: Wer nicht zwischen industriell hergestelltem Glutamat und natürlichem Hefeextrakt differenziert, hat sich zum Thema nicht richtig informiert. Hefeextrakt unterscheidet sich von isoliertem Glutamat in etwa so, wie sich eine Apfelsine und das reine Vitamin C unterscheiden: Die Apfelsine enthält Vitamin C, ist aber etwas anderes als Vitamin-C-Pulver.

Wheaty – weniger Glutamat als viele Grundnahrungsmittel: Traditionell wird Seitan in einer Lake mit Sojasauce gekocht – diese enthält doppelt so viel natürliches Glutamat wie Hefeextrakt! Der Anteil an geschmacksaktivem Glutamat in Wheaty ist nur halb so hoch wie im Reis – er entspricht dem Glutamatgehalt von Lauch.