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Glutamat: Der heimliche Einstein-Faktor?

Nachdem die Wichtigkeit der Glutaminsäure für kognitive Prozesse entdeckt worden war, wurde sie deswegen mitunter als "Intelligenzsäure" bezeichnet, und man hoffte auf eine Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit durch die Gabe von hohen Dosen. So wurde Ende der 40er Jahre Hunderten von Kindern bis zu 40 g Glutamat pro Tag über Wochen und Monate hinweg gegeben – aber trotz der hohen Dosierung wurden weder leistungssteigernde noch toxische Effekte beschrieben. [10] Der Grund: Glutamat aus der Nahrung gelangt aufgrund der Blut-Hirn-Schranke überhaupt gar nicht ins Gehirn – jenes Glutamat, das als Botenstoff benötigt wird, wird im Gehirn selbst produziert. Selbst eine glutaminsäurereiche Ernährung hat also keinerlei Einfluss auf die Glutamatkonzentrationen im Gehirn – Glutamat aus der Nahrung könnte deshalb überhaupt nicht als "Nervengift" wirken.

 

[10] http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=189.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Glutamat – eine lebenswichtige Aminosäure: Glutamat ist kein „Nervengift". Unser Gehirn benötigt Glutamat als lebenswichtigen Botenstoff für jeden Denkvorgang. Aufgrund der Blut-Hirn-Schranke gelangt Glutamat aus der Nahrung gar nicht ins Gehirn – das Glutamat, das als Neurotransmitter wirkt, wird im Gehirn selbst produziert. Glutamat aus der Nahrung könnte deshalb überhaupt nicht als „Nervengift" wirken!

China-Restaurant-Syndrom – ein moderner Mythos: Es gibt bis heute keine wissenschaftliche Studie, die darauf hinweist, dass Glutamat aus der Nahrung für gesunde Menschen in irgendeiner Art und Weise schädlich wirken, „dick machen" kann oder ähnliches.

Muttermilch – Wonneproppen dank Glutamat: Eine „glutamatfreie Ernährung" ist nicht möglich: Jedes eiweißhaltige Nahrungsmittel enthält Glutamat. Es löst an eigens dafür empfänglichen Geschmacksrezeptoren einen Geschmack aus, den wir von klein auf zu lieben lernen: Muttermilch enthält doppelt so viel Glutamat wie Kuhmilch!

Tomaten – Suchtfaktor eingebaut? Man muss unterscheiden zwischen industriell hergestelltem, isoliertem Glutamat, das Produkten quasi in beliebiger Menge beigefügt werden kann, und dem ausgewogenen Einsatz von Lebensmitteln, die natürliches Glutamat enthalten – wie z.B. Tomaten, Pilze, Sonnenblumenkerne, Hefeerzeugnisse oder Sojasauce –, in Naturprodukten.

Hefeextrakt und Glutamat – wie Apfelsine und Vitamin-C-Pulver: Wer nicht zwischen industriell hergestelltem Glutamat und natürlichem Hefeextrakt differenziert, hat sich zum Thema nicht richtig informiert. Hefeextrakt unterscheidet sich von isoliertem Glutamat in etwa so, wie sich eine Apfelsine und das reine Vitamin C unterscheiden: Die Apfelsine enthält Vitamin C, ist aber etwas anderes als Vitamin-C-Pulver.

Wheaty – weniger Glutamat als viele Grundnahrungsmittel: Traditionell wird Seitan in einer Lake mit Sojasauce gekocht – diese enthält doppelt so viel natürliches Glutamat wie Hefeextrakt! Der Anteil an geschmacksaktivem Glutamat in Wheaty ist nur halb so hoch wie im Reis – er entspricht dem Glutamatgehalt von Lauch.