10. Dezember:
Eat Peace!

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In der Renaissance wurden die antiken Schriften wiederentdeckt, darunter jene der ve­ge­tarisch­en Philosophen. Der bekannteste Vegetarier dieser Zeit ist Leonardo da Vinci.

Da eine pflanzliche Ernährung als Kennzeichen von „Ketzern“ galt, wurden Ve­ge­ta­ri­er in Eu­ropa von der Kirche ver­folgt, und die west­lich­en ve­ge­ta­risch­en Tra­dition­en ver­schwanden für lange Zeit in der Ver­senkung. So schrieb der Auf­klärer und Ve­ge­tarier Voltaire im Jahr 1775: „Wir müssen bis zu dem frommen Porphyrios und zu den mitfühlenden Pythagoreern zu­rück­ge­hen, um jemanden zu finden, der uns in unserer blutig­en Ge­fräßig­keit be­schämt; oder wir müssen die Brahmanen auf­suchen; denn unsere Mönche, die nach dem Willen ihrer Grün­der dem Fleisch ent­sagt haben, sind den­noch Mör­der von See­zungen und Stein­butten, wenn nicht gar von Reb­hühnern und Wachteln.“ Die an­tiken Tra­di­ti­on­en, die er nennt, waren in der Zeit des Um­bruchs vom Mit­tel­alter zur Neu­zeit wieder­entdeckt worden – man spricht deshalb von der Epoche der Renaissance, was „Wiedergeburt“ bedeutet. Das Wissen und die Ideen der An­tike, die im lateinisch­en West­europa (im Ge­gensatz zum griechischen Ost­europa) des Früh- und Hoch­mittelalters in Ver­gessen­heit ge­rieten, wa­ren in Kloster­bibliotheken, im arabischen Kultur­­kreis und in Byzanz be­wahrt worden. Der Nieder­gang des By­zan­ti­nischen Reichs führ­te dazu, dass zahl­reiche griechische Ge­lehrte nach Italien kamen, die das Wissen über die Kul­tur der klas­sischen Antike mit­brachten; so ging die Renaissance vor allem von den Städten Nord­italiens aus. Von Florenz aus ließ Cosimo de’ Medici bald auch in fernen Ländern nach an­tiken Ma­nu­skript­en suchen, um dann 1444 die erste öffentliche Bibliothek zu gründen. Dort wurden antike Werke, darunt­er jene der antiken und spätantiken Ve­ge­ta­ri­er, ge­sammelt und zum ersten Mal über­setzt.

In Florenz wuchs auch der mit Sicherheit herausragendste Vegetarier dieser Epoche auf: Der be­rüh­mte Künstler und Gelehrte Leonardo da Vinci. Seit seiner frühen Jugend aß er kein Fleisch und meinte, dass „einst alle Menschen, gleich ihm sich mit Pflanzenkost begnügen und zu der Ansicht gelangen würden, dass das Morden von Tieren ebenso verbrecherisch sei, wie Men­schen­mord“. Sein Vegetarismus war kein Geheimnis. So heißt es etwa in einem Brief aus Indien, den Andrea Corsali 1515 an Giuliano de’ Medici, von dem vermutet wird, dass er der Auftrag­geber der berühmten Mona Lisa gewesen sein könnte, geschrieben hat, bestimmte Ein­heim­ische würden sich „von nichts, das Blut enthält“ ernähren und „keinem Lebewesen Scha­den zuzufügen, wie unser Leonardo da Vinci“. Auch war er in der Stadt dafür bekannt, auf den Märk­ten für Vögel zu bezahlen, um sie dann freizulassen. Er fand es barbarisch, dass diese Le­be­we­sen getötet und ge­gessen wurden; über die „Grausam­keit der Menschen“ schrieb er: „Kein Ding wird über der Erde oder un­ter der Erde und im Wasser bleiben, das nicht ver­folgt, ver­jagt oder ver­nichtet, von einem Land ins andere ge­schleppt wä­re; und ihr Leib wird Grab und Durch­gang aller le­bendigen Körper werden, die sie ge­tötet ha­ben.“

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, sagte über Leonardo da Vinci, dieser habe ei­nem Menschen geglichen, der in der Finsternis zu früh erwacht wäre, während die anderen noch alle geschlafen hätten. Auch, was seine Ansichten über Tiere und die Natur angeht, war er seiner Zeit weit voraus. Aufgrund seiner anatomischen Studien kam er zum Ergebnis, dass die Menschen Lebewesen „ungefähr der gleichen Art“ seien wie „Affen und andere Tiere“, wo­raus er den Schluss zog, dass auch die Ernährung des Menschen wie die der Menschenaffen pflan­zen­ba­siert sein sollte. Weitsichtig machte er auch bereits auf die zunehmende Um­welt­zer­stör­ung aufmerksam; über das Geld notierte er einmal: „Für dich werden die großen Wälder verödet, für dich müssen unzählige Tiere ihr Leben lassen.“ Sollte der schonungslosen Aus­beu­tung der Natur nicht Einhalt geboten werden, prophezeite er der Erde eine düstere Zu­kunft: „Die Luft wird dünner und ohne Feuchtigkeit sein, die Flüsse werden ohne Wasserzufuhr blei­ben, das Erdreich nichts mehr wachsen lassen. Die Tiere werden verhungern. Auch den Men­schen wird nichts übrigbleiben, als zu sterben. Die einst fruchtbare Erde wird wüst und leer.“ Er schrieb diese Worte ganze 500 Jahre, bevor ein anderes großes Genie meinen sollte, nichts werde „die Chancen für ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zu einer ve­ge­ta­risch­en Ernährung“. Dabei handelte es sich um einen der be­deutendst­en Physiker der Mensch­heit: Um Albert Einstein.

Mit der Wiederentdeckung der antiken Traditionen ging einher, dass sich auch in anderen west­eu­ro­pä­isch­en Ländern vereinzelt wieder Personen zum Vegetarismus bekannten, im Frank­­reich des 17. Jahrhunderts etwa der Philosoph und Mathematiker Pierre Gassendi, in Eng­land Thomas Tryon. Letzterer war sowohl vom Pythagoreismus als auch vom Hinduismus in­spi­riert worden und trat ein für Vegetarismus und Gewaltverzicht. Er schrieb insgesamt 27 Werke über verschiedene Themen, darunter Ernährung, Gesundheit und Vegetarismus, wie etwa A Way to Health, Long Life and Happiness (1691). Auch Gassendi bezog sich auf den an­ti­ken Vegetarismus, wenn er etwa schrieb: „Nichts ist wohl klarer, als dass es den Menschen nicht ansteht, Tiere zu jagen, noch weniger sie zu verzehren. Cicero gemahnt uns in einem be­wun­derns­werten Ausspruch, der Mensch sei zu besseren Dingen bestimmt als andere Tiere zu ergreifen und ihnen die Kehle abzuschneiden.“ Er meinte auch einmal: „Du sagst, der Mensch er­nähre sich sehr gut mit Fleisch; wenn er aber diese Nahrung für eine naturgemäße hält, wes­halb genießt er sie denn nicht so, wie die Natur sie ihm liefert? In der Tat aber schaudert ihn, lebendes oder auch nur rohes Fleisch zu ergreifen und unter die Zähne zu nehmen.“ Vor allem in Frankreich und in England sollte der für lange Zeit verdrängte Vegetarismus in der fol­gen­den Zeit langsam wieder bekannter werden.


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Manuela Linnemann (Hg.): Brüder – Bestien – Automaten. Das Tier im abendländischen Denken (Tierrechte – Menschenpflichten, Bd. 3), Erlangen 2000, S. 118f.

Paul Frischauer: Leonardo da Vinci. Das Leben eines Genies, Frankfurt/M., Berlin 1994, S. 452, S. 244.

Leonardo da Vinci oder Eines der größten Genies des letzten Jahrtausends, fzt.haw-hamburg.de.

Janet Barkas: The Vegetable Passion. A History of the Vegetarian State of Mind, London 1975, S. 70.

Manuela Linnemann (Hg.): Brüder – Bestien – Automaten. Das Tier im abendländischen Denken (Tierrechte – Menschenpflichten, Bd. 3), Erlangen 2000, S. 45.

Dmitri Mereschkowski: Leonardo da Vinci. Historischer Roman. Übersetzt von Alexander Eliasberg. 26. bis 32. Auflage, München 1920, Sechstes Buch.

Sigmund Freud: Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci (Studienausgabe, Band X), Frankfurt am Main 1969, S. 69.

Manuela Linnemann (Hg.): Brüder – Bestien – Automaten. Das Tier im abendländischen Denken (Tierrechte – Menschenpflichten, Bd. 3), Erlangen 2000, S. 65f.

Carsten Holm: Ernährung: Eine Welt ohne Wurst, Der Spiegel 3/2011.

Colin Spencer: The Heretic’s Feast. A History of Vegetarianism, Hannover, London 1995, S. 190f.