24. Dezember:
Peace and Happiness

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Seit in den 90er-Jahren im deutschsprachigen Raum die vegane Szene entstand, hat sich ei­ni­ges getan: Veganismus ist jetzt „in“ und wird als „Megatrend“ gehandelt. Er wird keine blo­ße Mode­erscheinung bleiben.

„Globaler pflanzlicher Protein­markt erreicht bis 2025 16 Milliarden US-Dollar: Vegane Pro­te­in­­­quellen werden zunehmend Mainstream“, titelte das Portal Plant Based News am 9. No­vem­ber. Einen Tag zuvor hatte die einflussreiche britische Zeitung The Guardian vegane Fleisch- und Milchalternativen unter den „Megatrends, die die glo­bale Er­wär­mung stoppen könn­ten“, an erster Stelle genannt. „Der Appetit der Welt auf Fleisch und Milchprodukte steigt mit dem Anstieg der Einkommen der Menschen – dass es keine Möglichkeit gibt, die glo­bale Er­wär­mung zu stoppen, wenn dies nicht radikal eingedämmt wird, ist eine einfache Rech­nung. Diese Aufgabe scheint gewaltig zu sein – die Leute hassen es, wenn man ihnen sagt, was sie essen sollen“, heißt es in dem Artikel. Doch es gebe eine potenzielle Lösung: Pflanzliches Fleisch, das ei­nen geringen ökologischen Fußabdruck hat.

Eins der Anzeichen dafür, dass es sich tatsächlich um einen „Megatrend“ handeln könnte, ist die wach­sende Zahl sehr reicher und einflussreicher Investoren wie etwa Bill Gates, die sich ein voll­kommen anderes Ernährungssystem als heute vorstellen: Sie erkennen, dass unsere Er­nähr­ung nicht nachhaltig ist und dass ein Wandel kommen muss. In Alternativen zu Tier­pro­duk­ten sehen sie einen riesigen Zukunftsmarkt, in den sie Milliarden investieren. Einer von ih­nen ist auch der Unternehmer Richard Branson, der kürzlich mit der gewagten Pro­gno­se für Auf­­­merk­­­sam­­­keit sorgte, „dass wir in etwa 30 Jahren keine Tiere mehr töten müssen“ – Al­­ter­­na­­tiv­­pro­­duk­te würden schließlich gleich schmecken und seien gesünder. Für viele Vegetarier und Veganer früherer Zeiten hätten sich solche Schlagzeilen wohl wie Sci­ence-Fiction an­ge­hört. Aber es gab zu allen Zeiten Visionäre – einige von ihnen haben wir in den zu­rück­lie­gen­den Wochen kennengelernt.

Wie überall, so gab und gibt es natürlich auch in den verschiedenen vegetarischen Strö­mung­en einige problematische Prot­a­go­nist­en und fragwürdige Po­si­ti­on­en, die heute zum Glück meist kei­ne Rolle mehr spielen – von einzelnen Lebensreform-Sied­lun­gen, die sich völkischem Ge­dan­ken­gut öffneten, bis hin zu „Doktor Kel­loggs irrer Anstalt“. Auf der anderen Seite aber zeigt ein Streif­zug durch die Ge­schi­ch­te der ve­ge­ta­risch­en Ideen auch, dass es zu allen Zeiten Men­schen ge­ge­­ben hat, die ih­rer Zeit insofern voraus waren, als dass sie in Bezug auf Er­nähr­ung so­wie den Um­gang mit den Tie­ren und der Natur sehr fortschrittliche und modern klingende An­sicht­en ver­tre­ten haben: An­ti­ke Griechen und Römer etwa, deren Er­nähr­ungs­­emp­fehl­ungen schon er­staunlich nahe an die Erkenntnisse der heutigen Wissenschaft heranreichten und die be­reits heu­­­te wieder ak­tu­el­le Tierrechtspositionen formulierten, Menschen, die sich im Rah­men von Religionen wie Ju­den- und Christentum oder Islam für Fleischverzicht einsetzten, Eng­län­der und Franzosen, die sich früh mit der Ver­­schwen­­dung von Ackerflächen im Zuge der Pro­­duk­­ti­­on tierischen Eiweißes aus­­ei­­nan­­der­­setz­­ten, sich vegan er­nähr­ten und frühe Tier­be­frei­ungs­an­sät­ze vertraten, Vegetarier und Veganer, die im 19. und frühen 20. Jahr­hun­dert das „Ei­weiß­dog­ma“ der da­ma­lig­en Er­nähr­ungs­wis­sen­schaft, die tierisches Protein unverhältnismäßig über­höh­te, em­pi­risch wi­der­leg­ten und sich, etwa in England oder in der frü­hen Bun­des­re­pub­lik, für Frieden und gegen Faschismus einsetzten, oder Angehörige von Sub­­kul­­tu­r­en, die sich in den 80ern und 90ern gegen Atomkraft und für Tierrechte einsetzten.

Bei einem solchen Rückblick auf die Vorläufer der veganen Be­we­gung sieht man auch, dass die vie­len Klischees und Vor­ur­teile ge­gen­über vegetarischer und veganer Ernährung nichts Neu­es sind: Vom Stereotyp des „blassen Veganers“ und der Frage, warum man „nicht auch auf die Kräu­ter“ Rücksicht nehmen sollte, über den Vorwurf, eine „Sekte“ zu sein, bis hin zu Spott­na­men wie „Kohlrabiapostel“ und Parodien von Vegetariern im Fa­sching, al­les war früher schon ein­mal da. Aber eben auch die positiven Erkenntnisse und Er­run­gen­schaf­ten: Schon im alten In­di­en und in China wusste man, dass Vegetarismus ein gesundes und langes Leben er­mög­li­chen kann, in buddhistischen Tempeln wurden bereits vor hunderten von Jahren To­fu und Sei­tan hergestellt, und schon im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden ve­ga­ne Al­ter­na­tiv­pro­duk­te produziert.

„Ich glaube an die Möglichkeit, in diese Welt Mosaiksteine zur Verbesserung der Le­bens­ver­hält­nisse einbauen zu können. Vegane Lebensmittel, die eine brei­te Akzeptanz finden, sind sol­che Mosaiksteine. Für die Umwelt, für die Tiere, für die Ethik“, so Klaus Gai­ser, der Erfinder von Wheaty. Dies sehen immer mehr Men­schen so. Gal­ten die For­­­de­r­ung­­­en der Ve­ge­tari­er in frü­he­ren Zei­ten stets als Mein­ung ei­ner klein­en Min­der­heit, so wei­sen heu­te eta­blier­te Or­ga­ni­sa­ti­o­nen auf die Not­wen­dig­keit ei­ner grund­le­gen­den Er­näh­rungs­um­stel­lung hin: Ei­ne wir­kliche Ver­ring­e­rung der Aus­wirk­ung­en des Kli­ma­wan­dels sei „nur mit ei­ner grund­sätz­lich­en, welt­weit­en Er­­nähr­­ungs­­um­stel­lung mög­lich, weg von Tier­pro­duk­ten“, hieß es schon vor rund acht Jahren in ei­ner Studie der Ver­eint­en Na­­ti­o­nen.

Es sieht also ganz so aus, als ob wir uns momentan in einem epochalen Prozess des Um­den­kens befinden, was unsere Ernährung und unser Verhältnis zu den Tieren angeht. Einst würden die Menschen „sich mit Pflanzenkost begnügen“, meinte schon Leonardo da Vinci, und das­selbe glaubten viele Vegetarier nach ihm. Richard Ryder, britischer Psychologe, Veganer und Schöp­fer des Begriffs Speziesismus, weist in seinem Buch Animal Revolution darauf hin, dass wir Heutigen uns in einer privilegierten Situation befinden: „Unsere in Höh­len wohnenden Vor­fah­ren waren auf andere zur Empfindung fähige Lebewesen als Nah­rung angewiesen, sie brauch­ten ihre Häute als Bekleidung, ihre Knochen als Werk­zeug. Aber die Aus­beut­ung und Herr­­schaft der Men­schen über nicht­mensch­liche Tiere ent­behrt heute die­ser Not­wen­dig­keit; wir haben al­ter­na­tive Nah­rung und Klei­dung so­wie Trans­port­mög­lich­keit­en und Ener­gie­quel­len.“ Dieses Potential sollten wir nutzen – und vielleicht wird dann das, was über die Jahr­hun­der­te als Utopie galt, Wirklichkeit. Die Relevanz der veganen Bewegung sollte man je­den­falls nicht unterschätzen: „Wir diskutieren, wie ich glau­be, eine Thematik, die für die Zu­kunft un­se­res Planeten von grundsätzlicher Wichtigkeit ist“, so Ryder – die Beschäftigung mit der ve­ga­nen Idee und die Schaffung neuer ökologischer, zukunftsfähiger Al­ter­na­ti­ven sind kei­ne „Side­show“, son­dern „Teil einer neuen und erweiterten Vi­si­­on von Frieden und Glück“.


Wir haben die rund 1500 Jahre alte Seitan-Tradition aufgegriffen und machen sie fit für die Zu­kunft: Pflanzenfleisch ist „Future Food“. Überzeugen Sie sich selbst: Wir verlosen heute das ge­sam­te Wheaty-Sortiment!

Diana Lupica: Global Plant Based Protein Market To Reach $16 Billion By 2025: Vegan protein sources are increasingly becoming more mainstream, plantbasednews.org, 9.11.2017.

Damian Carrington:The seven megatrends that could beat global warming: 'There is reason for hope', theguardian.com, 8.11.2017.

Michael Pellman Rowland: Richard Branson Makes A Bold Prediction About The Future Of Food, forbes.com, 27.9.2017.

Ernährung: Der Fake-Burger, Der Spiegel 8/2017. – Vgl. Fortschritt mit Tradition: Das Fleisch der Zukunft (Future Food: Die Zukunft isst pflanzlich, Teil 4), wheaty.de, 2.2017).

Peter Brang: Ein unbekanntes Russland. Kulturgeschichte vegetarischer Lebensweisen von den Anfängen bis zur Gegenwart, Köln 2002, S. 292.

In den letzten Jahren hat das Interesse an veganer Ernährung enorm zugenommen, so dass man von einem „Vegan-Hype“ spricht. Dessen Beginn machen die meisten Beobachter im Jahr 2010 fest (vgl. Florentine Fritzen: Gemüseheilige. Eine Geschichte des veganen Lebens, Stuttgart 2016, S. 163). Ernährten sich laut der „Nationalen Verzehrstudie II“ des Bundes im Jahr 2008 noch weniger als 80.000 Men­schen in Deutschland vegan, so sind es – nach unterschiedlichen Schätzungen – mittler­weile zwischen 0,84 und 1,3 Millionen.

UNEP: Assessing the Environmental Impact of Consumption and Production. Priority Products and Materials, 2010, S. 82.

Richard D. Ryder: Animal Revolution. Changing Attitudes towards Speciesism, Oxford 2000, S. 5, S. 1.

„Beim Begriff ‚Speziesismus‘ handelt es sich um einen Neologismus, der in Analogie zur Benennung anderer Ideologien zur Legitimation von Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung – wie Rassismus oder Sexismus – gebildet wurde: Durch Speziesismus wird die Ausbeutung der Tiere in der menschlichen Gesellschaft ideologisch gerechtfertigt und verschleiert. Erstmals benutzt wurde das Wort 1970 vom britischen Psychologen Richard Ryder in einem Flugblatt gegen Tierversuche – damals, um einen anthropozentrischen Spezieszentrismus, einen ‚Artegoismus‘ von Menschen zu beschreiben“ (Matthias Rude: Antispeziesismus. Die Befreiung von Mensch und Tier in der Tierrechtsbewegung und der Linken, Stuttgart 2013, S. 12).

Einen ak­tu­el­len Über­blick über die Entwicklungen und Erfolge der sozialen Bewegung, die sich für ein Ende der Tierindustrie einsetzt, bietet etwa der Dokumentarfilm Vegan 2017. Auf der Website plantbasednews.org ist der (englischsprachige) Film in voller Länge zu sehen.

„We are, I believe, discussing a matter of fundamental importance fort he future of our planet. The struggle against speciesism is not a sideshow; it is one oft he main arenas of moral and psychological change in the world today. It is part of a new and enlarged vision of peace and happiness“ (Richard D. Ryder: Animal Revolution. Changing Attitudes towards Speciesism, Oxford 2000, S. 5, S. 1).

So der Titel eines Spiegel-Artikels über die Erfindung der Cornflakes; zum aufgrund seiner Methoden zu Recht umstrittenen Arzt John Harvey Kellogg vgl. unseren Artikel „Dr. Gemüse“ und die dortigen Anmerkungen.

Zur Firmengeschichte: Wheaty: Die Erfolgsgeschichte einer Idee, wheaty.de, 32.10.2012.

Die erste umfassende gesundheitliche Bewertung von Fleischalternativen hat das Institut für alternative und nachhaltige Ernährung vorgenommen. Zum Ergebnis heißt es in der im Januar 2017 publizierten Studie: „Zusammenfassend stellen Fleischalternativen eine ernährungsphysiologisch günstige Alternative zu Fleisch- und Wursterzeugnissen dar. Sie liefern überwiegend hochwertiges pflanzliches Protein, weniger Fett und gesättigte Fettsäuren als fleischhaltige Originalprodukte und sind praktisch frei von Cholesterol. Dabei sollten Bio-Produkte aufgrund der geringen Verwendung von Zusatzstoffen und des Verzichts auf Aromastoffe bevorzugt werden“ (Judith Huber, Markus Keller: Ernährungsphysiologische Bewertung von konventionell und ökologisch erzeugten vegetarischen und veganen Fleisch- und Wurstalternativen. Studie im Auftrag der Albert Schweitzer  Stiftung für unsere Mitwelt, Berlin 2017, S. 51).

Unter anderem, weil bei Tierfleisch auch das zur Fütterung der Tiere benötigte Getreide brücksichtigt werden muss. Wer, so die Wirtschaftswoche, „ein Pfund Rindfleisch entsorgt, der sollte sich bewusst machten, dass er damit gut zwölf Kilo Weizen in die Tonne tritt“. Der Fleischkonsum wird, global betrachtet, steigen. „Rechnet man diese Steigerung zum ohnehin schon extrem hohen Fleischkonsum der Industrieländer, so ist das eine ernsthafte Bedrohung für die gesamte Produktionsgrundlage des Planeten“, so eine 2013 veröffentlichte Studie des Sustainable Europe Research Instituts (SERI). Ganz anders wirken sich die Alternativen aus: 2011 hat SERI die weltweit erste Ökobilanz für Fleischalternativprodukte durchgeführt; das Ergebnis: Alle pflanzlichen Alternativen schnitten in allen getesteten Bereichen um Weiten besser ab als Fleisch. Für Seitan spricht, so Kurt Schmidinger, der seine Dissertation an der Wiener Universität für Bodenkultur über Fleischalternativen geschrieben hat, dass Weizen in den meisten Regionen der Welt angebaut wird und so die Herstellung der Alternativen auf regionaler Ebene, ohne weite Transportwege, möglich ist (Kurt Schmidinger: Worldwide Alternatives to Animal Derived Foods – Overview and Evaluation Models – Solutions to Global Problems caused by Livestock, Dissertation, Wien 2012, S. 136).

Ran an die Wurst. In der Wheaty-Metzgerei ist alles vegan, natürlich-Magazin 4/2017, S. 19-21, S. 20.