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Hierzulande spielt das Reiskorn keine große Rolle, es werden pro Kopf etwa zwei bis Kilogramm im Jahr gegessen. Doch der Reis ist neben dem Weizen eine der wichtigsten Kulturpflanzen in der Welt – für ungefähr 70 Prozent der Weltbevölkerung bedeutet er das "tägliche Brot" – so dass in mehreren asiatischen Sprachen das Wort Reis sogar gleichzeitig auch die Bedeutung von Essen oder Mahlzeit an sich angenommen hat. Unsere Einstellung zum Reis würde sich vielleicht ändern, wenn wir der Bedeutung für die Gesundheit mehr Aufmerksamkeit schenken würden. In unseren Breitengraden wird zwar die Lebensqualität nicht vom Reis abhängig gemacht, für unseren Organismus aber kann er eine Wohltat bedeuten.

In Asien weiß man seit alten Zeiten, welche wichtige Rolle der Reis für das Wohlbefinden der Bevölkerung hat. Viele Sagen und Mythen ranken sich um den Reis, mitunter gilt er als Geschenk des Himmels: Einer Legende nach liebten sich am Anbeginn der Zeit der Himmel und die Erde, und als er sich über sie beugte, um sie zu küssen, fielen einige Getreidekörner aus seiner Tasche und wuchsen auf der Erde zu den ersten Reispflanzen.

Auch in Indien gilt der Reis traditionell als göttliches Geschenk. Man erzählt sich, dass der Gott Shiva die schöne Retna Dumila umwarb und versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Diese habe dem Gott eine Aufgabe gestellt: "Ich werde nur dann deine Frau, wenn du eine Speise findest, die alle jederzeit essen können." Shiva suchte und suchte, vergeblich – in der Zwischenzeit starb die Auserwählte. Auf ihrem Grab wuchs laut der Sage eine Pflanze: Reis.

Der Reis hat vor vielen tausend Jahren seinen Weg von Süd-China nach Korea und danach nach Japan gefunden. Später kam er über den Euphrat nach Ägypten. Alexander der Große brachte ihn von seinen Feldzügen mit. Die Römer lernten den Reis in erster Linie als Medizinpflanze kennen, er galt als sehr teuer und wurde in der römischen Küche als "exquisites" Bindemittel für Saucen verwendet. Nach Spanien wurde er im 10. Jahrhundert von den Mauren gebracht. Von dort wanderte er in die Camargue und weiter nach Mittel- und Nordeuropa. Im Hochmittelalter war Reis vor allem in Italien bekannt. Noch heute befindet sich in der Po-Ebene ein bedeutendes Anbaugebiet. Die größten Anbaugebiete aber liegen heute in den USA und in Südamerika.

Aus Reis lässt sich, ähnlich der bekannteren Sojamilch, ein Getränk herstellen. In Japan wird aus Reis Sake, Reiswein, hergestellt, in Südindien, Sri Lanka und Südostasien, besonders in Java, ein Branntwein – Arrak. In Ost- und Südostasien wird Reis traditionell auch zum Brauen von Bier verwendet, und auch Essig wird aus Reis gemacht.

Beim Essen ist Reis keine langweilige Beilage. Es gibt, auch wenn es bei uns nur einen geringen Prozentsatz an Sorten gibt, eine Vielzahl von möglichen Geschmacksvarianten. Denken wir nur an unsere Nachbarn Spanien und Italien, die aus Reis die köstlichsten Gerichte zaubern.

Mit Wheaty wird Reis gleich doppelt so lecker, etwa als Chorizo-Reis:

Für 200 Gramm Reis verwendet man 80 Gramm Chorizo und Salz nach Belieben. Den Reis gart man fast fertig, dann schneited man die Chorizo in Würfel und mischt sie unter den Reis, der dann zugedeck und auf der noch heißen Kochplatte nochmals erhitzt wird. Zwischendurch mit einer Gabel auflockern. Varianten: Paprikapulver, Salz, Röstzwiebeln oder Brühe unter den Reis mischen. Ein Rezept für eine klassische Paella findet sich hier.