fb.png Facebook   Search_1.png Suche   Impressum

Laut dem Popol Vuh, den Überlieferungen der Quiché-Mayas, wurde der Mensch von den Göttern aus Mais geformt. „Menschen aus Mais“, so nannten sich die Maya selbst. In den Erzählungen spiegelt sich die Wichtigkeit jener Kulturpflanze für die frühen mittel- und südamerikanischen Kulturen. In seiner Historia general de las cosas de Nueva España, der Geschichte von Neuspanien, die der Franziskanermönch Bernardino von Sahagún kurz nach der Eroberung Mexikos zusammenstellte, heißt es beispielsweise über den Mais: „Er ist unser Fleisch und unsere Knochen. Er ist unser Halt, unser Leben, unser Dasein. Er lässt uns gehen, tun, freuen und tanzen. Denn er lebt wahrhaftig. Er ist es, der in Wahrheit gebietet, herrscht und erobert. Nur dank Mais ernährt sich die Erde, lebt die Welt und bevölkern wir die Welt.“

 

Als heilige Pflanze lebte er in dem festverwurzeltem Glauben an die Götter bei den Menschen in Mittel-und Südamerika. Noch heute nennt man ihn „Santo grasia nal“, „heilige Gnade Mais“. Der Mais konnte sich nicht selbstständig vermehren, er benötigte die Hilfe des Menschen, der ihn aussät und beschützt. Gleichzeitig bedurfte es auch der Unterstüzung durch die Götter. In der religiösen Vorstellung der Mayas war der Lebenszyklus des Mais von der Aussaat bis zur Ernte das natürliche Sinnbild für Wesen und Wirken der Götter. Die überreiche Ernte bescherte einen Überfluss an Nahrung, so dass die Menschen in der damaligen Zeit sich ausgiebig mit Kultur, Politik und Wissenschaft beschäftigen konnten. So entstanden die Hochkulturen der Mayas, der Azteken und Inkas.

 

Man kann davon ausgehen, dass die ursprüngliche Heimat des Maises Mexiko ist. Aus einem Wildgras entstanden im Laufe der Entwicklung die kolbenartigen Fruchtstände der heutigen Maispflanze. Die ältesten fossilen Mais-Funde dürften etwa 6250 Jahre alt sein. Im Schaugarten des Max-Planck-Institutes für Pflanzenforschung in Köln kann man die Vorläufer des heutigen Maiskolbens (Teosinte) besichtigen. Die Bezeichnung Mahiz stammt aus der Sprache der Arawak, einem Volk an der Nordküste von Südamerika.

 

Christoph Kolumbus brachte die Pflanze nach Europa, wo sie, zunächst in Spanien, um 1525 angepflanzt wurde. Bei uns wird der Mais im Mai ausgesät und von August bis Oktober geerntet. In der heutigen Ernährung findet er vielseitige Verwendung. Wir kennen ihn unter dem Namen „Zuckermais“. Dieser hat sich aus dem normalen Futtermais entwickelt. Die Kolben vom Gemüse- oder Zuckermais sind kleiner. Eines der bekanntesten Gerichte daraus dürfte Polenta sein. Es gibt verschiedene Mais-Sorten, die für spezielle Verwendungszwecke eingesetzt werden. Die Industrie verarbeitet Mais z.B. für Maismehl, Glukosesirup oder Maiskeimöl. Und natürlich zu Popcorn! Im Zuckermais sind verschiedene Mineralstoffe, außerdem Folsäure, Beta-Carotin und Kalium enthalten. 100 g Mais bringen es auf 90 Kilokalorien, er ist also ein gehaltvolles Gemüse.

 

Der Mais mag eine kühle Lagerstätte, ansonsten verliert er sehr schnell an Geschmack und Süße. Der frische Mais soll nicht länger als drei Tage im Kühlschrank (Gemüsefach) gelagert werden. Der ganze Maiskolben kann in Öl gedünstet werden, im Backofen gebacken, gegrillt oder in ungesalzenem Wasser gekocht werden. Die Zubereitungszeit beträgt jeweils um die 20 bis 25 Minuten.

 

Um sich den Mais noch mehr zu verinnerlichen, gibt es abschließend ein besonderes Polenta-Rezept:



Corn_the_food_of_the_nation_US_Food_Administration_poster_1918.jpg

 

Zutaten für vier Personen:

 

150 g Polenta (Maisgrieß)

300 ml Soja- oder Hafermilch

300 ml Kokosmilch

500 ml Gemüsebrühe

2 Knoblauchzehen, geschält

2 Lorbeerblätter

4 EL Olivenöl

1/2 EL gehackte Thymianblätter

etwas Rosmarinpulver

Salz, Pfeffer

 

 

Zubereitung:

 

Soja-/Hafermilch, Kokosmilch, Gemüsebrühe und Knoblauchzehen mit den Lorbeerblättern aufkochen.

150 g Polenta einrühren, ca. zwei Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen. Bei kleiner Hitze unter gelegentlichem Rühren zugedeckt ca. 25 Minuten nachquellen lassen. Lorbeerblätter und Knoblauch entfernen, Olivenöl, Thymian und Rosmarinpulver unterrühren. Salzen und pfeffern.

 

 

Diese Polenta ergänzt sich sehr gut mit Wheaty VEGANKEBAB Döner oder unserem Seitansbraten beev.